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So funktioniert autoritärer Führungsstil – wenn der Chef die Regeln macht

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Autoritärer Führungsstil

Der Klassiker in der Unternehmensführung ist der autoritäre Führungsstil, bei dem die Mitarbeiter klare Anweisungen erhalten und sich strikt an ein vorgegebenes Konzept zu halten haben. In diesem Fall trifft der Vorgesetzte die Entscheidungen und hat ganz strikte Erwartungen an seine Mitarbeiter, die sich an seine Regeln und die Vorschriften halten. Das autoritäre Führungskonzept als veraltet und überholt darzustellen wäre fatal, denn es gibt einige Branchen und Berufsfelder, die ohne diese Unternehmensführung nicht arbeiten könnten.

Was steckt hinter dem autoritären Führungsstil?

Im Prinzip ist ein autoritärer Führungsstil durch bestimmte Charaktereigenschaften und Merkmale zu definieren. Eine der wichtigsten Charakteristiken ist ein klarer Regelkatalog, gespickt mit Anweisungen, die den gesamten Arbeitsprozess bestimmen. Je nach Situation und Arbeitsprozess können sehr schnell Entscheidungen gefällt werden, liegt die Entscheidungsgewalt doch einzig und allein beim Vorgesetzten. Die Mitarbeiter haben wiederum geringe Möglichkeiten, sich durch Ideen im Arbeitsalltag einzubringen. Von Ihnen wird erwartet, dass sie die Regeln und Aufgaben in jedem Fall bis ins Detail erfüllen. Das kann die Motivation der Mitarbeiter dämpfen.

Alle Entscheidungsgewalt in der Führungsabteilung

Auf der Führungsebene bündeln sich die meisten Informationen, die den einzelnen Angestellten so gar nicht zugänglich sind: Sie delegieren die Aufgaben und haben die Entscheidungsgewalt über das gesamte Unternehmen. Das sorgt für eine gewisse Distanz zwischen dem Vorgesetzten und dem Angestellten, die eigentlich so keine sozialen Kompetenzen aufbauen. Bei diesem Führungskonzept werden die Mitarbeiter also gar nicht einbezogen. In einigen Unternehmen kann das die Motivation entscheidend herabsetzen, sodass einzelne Angestellte eigentlich nur halbherzig ihren Job abarbeiten und mit einem Auge auf den Feierabend schauen.

Das Basiskonzept beim autoritären Führungsstil geht auf Befehle und Kontrolle zurück. Demzufolge verlaufen die Entscheidungen von oben nach unten und werden ohne Kritik oder Gegenargumente umgesetzt. Das erfordert eine strikte Trennung von Untergebenen und Führungskräften. Gerade bürokratische Organisationen bündeln die Macht in der Führung und erlauben keinerlei individuelle Entscheidungen seitens der Arbeitnehmer.

Wer hat den autoritären Führungsstil entwickelt?

Die geschichtliche Entwicklung führt auf Frederick Winslow Taylor zurück. Zum damaligen Zeitpunkt hatte selbst Henry Ford dieses Führungskonzepts für sich entdeckt und angewandt. Heute sinken die Hierarchien. Im Gegenzug steigt die Innovation und damit auch die Individualität und Mündigkeit der Mitarbeiter.

Aber: Die Kritik am autoritären Führungsstil wird lauter und lässt sich nicht mehr von der Hand weisen.

 

Praktisch sind die schnellen Entscheidungen der Team- und der Gruppenleiter. Der Chef gibt seine Anweisungen an seine Mitarbeiter, die unverzüglich umgesetzt werden. Damit kann man schneller auf Situationen reagieren. Ein gemeinsamer Beschluss fällt in diesem Fall aus. Das Ganze geht so lange gut, wie die Mitarbeiter ihren Job als solchen respektieren und achten. Beginnen sie jedoch damit, die menschliche und fachliche Kompetenz der Vorgesetzten anzuzweifeln, entstehen unwillkürlich Konflikte.

In der heutigen Zeit verliert ein autoritärer Führungsstil immer weiter an Boden. Aufstrebende Start-ups und Agenturen möchten soziale Verbindungen in jeder Abteilung aufbauen und sich als Team wahrnehmen, um das Maximum aus einem Unternehmen herauszuholen. Autoritär und dominant möchten da die wenigsten Vorgesetzten auftreten. Sie respektieren jeden Mitarbeiter als Individuum und möchten von seinen Kernkompetenzen und Vorteilen profitieren. Ein Angestellter wird sich wohl nur dann in ein Team einbringen, wenn er das Gefühl hat, im Unternehmen eine wichtige Rolle zu spielen. Bleiben seine Wünsche, Ideen oder Denkanstöße ungehört, wird er sie zukünftig auch für sich behalten und nicht gewinnbringend für den Betrieb einsetzen.

Autoritärer Führungsstil auf dem absteigenden Ast

Heute haben sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen verändert. Damit steigen die Ansprüche der Kunden, die Mitarbeiter sollten gemeinsam agieren und auf ihre individuellen Bedürfnisse reagieren. Eine Distanz zwischen der Führungsebene und der Belegschaft wäre Gift. Das Gegenteil vom autoritären Führungsstil ist eindeutig der kooperative Führungsstil, der es auf Transparenz und eine offene Kommunikation anlegt. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der Diskussion und auf der gemeinsamen Entscheidungsfindung, die oftmals mehr Zeit kostet, aber für jeden Einzelnen im Endeffekt eine Lösung bringt, die eine breite Zustimmung erfahren hat. Heute wollen sich die Wenigsten einfach nur dirigieren lassen. Sie wollen selbst aktiv ihren Arbeitsalltag mitbestimmen und diesen unmittelbar mit dem Leben verbinden.

Welche Branchen bestimmt ein autoritärer Führungsstil?

Dennoch gibt es einige Branchen, in denen ein autoritärer Führungsstil unablässig ist. Hier ist zum Beispiel von

  • der Polizei
  • vom Rettungswesen
  • der Feuerwehr
  • dem Militär die Rede.

Die jeweiligen Angestellten müssen nach einem festgesetzten Konzept agieren, da sie sich oftmals in Krisensituationen befinden. Hier sind schnelle Entscheidungen von Ihnen als Vorgesetzten gefragt, die unbedingt und bis ins Detail von jedem Teammitglied zu befolgen sind.

Individuelle Denkanstöße und Diskussionen wären unangebracht. Sie brauchen zu viel Zeit und würden fatale Folgen nach sich ziehen. Nicht auszumalen, was passiert, wenn im Polizeieinsatz ein Mitarbeiter eigenständig die falsche Entscheidung trifft und damit das Leben anderer aufs Spiel setzt. Hier arbeiten die Unternehmen und die Angestellten oft mit Krisensituationen, so kann nur ein autoritärer Führungsstil die einzige Lösung sein.

Wie Sie den autoritären Führungsstil für Ihr Unternehmen nutzen

Potenziale und Reserven hat ein autoritärer Führungsstil gerade in Krisensituationen und bei Konflikten. In diesem Fall geht es in erster Linie um entschlossenes Handeln abseits von Diskussionen und Kompromissen. Wer also schlichtweg keine Zeit hat, eine Entscheidung abzuwägen, muss sie an die Abteilung weitergeben. Das ist gerade in Ausnahmesituationen der Fall. In diesen Situationen trägt ein Einzelner die Verantwortung und gibt klare Anweisungen an seine Mitarbeiter, die dann ohne Widerworte oder Widersprüche ausgeführt werden. Das bringt kurzfristig eine Steigerung der Leistung, da Sie Zeit einsparen.

Wer es jedoch auf eine Langfristigkeit der Unternehmensführung in Kooperation mit den Mitarbeitern abgesehen hat, geht meist einen entscheidenden Schritt zurück. Oftmals ist die Entscheidung eines Einzelnen weniger tragfähig als die Entscheidung und Lösung, hinter der die breite Basis des gesamten Unternehmens steht. Diese Stärke ist ein großer Gewinn im Gegensatz zu anderen Führungsstilen, die gerade auf Autonomie, Flexibilität und Gemeinschaft sowie soziale Kernkompetenzen setzen. So sollte ein autoritärer Führungsstil vielmehr als Notfalllösung, in Ausnahmesituationen und für bestimmte Sicherheitsbranchen eingesetzt werden und nicht als Universallösung für aufstrebende Unternehmen.

Autor: Redaktion Personalwissen

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