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Kununu, Google und Co. – Einfluss von Arbeitgeberbewertung auf Bewerber

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Arbeitgeberbewertung

Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten, viele alltägliche Dinge des Lebens zu vereinfachen. Auch bei der Jobsuche ist die Onlinewelt heute von großer Relevanz – und das nicht nur zum Orientieren auf dem Stellenmarkt. Auch die Bewertung potenzieller Arbeitgeber erfreut sich immer größerer Beliebtheit und gibt dem Arbeitnehmer die Chance, sich bereits im Vorfeld über das Wunschunternehmen zu erkundigen. Doch auch Arbeitgeber können von solchen Bewertungsportalen durchaus profitieren, wenn sie sie nur richtig für sich zu nutzen wissen. Wie das geht und welchen Einfluss die Arbeitgeberbewertung auf potenzielle Bewerber tatsächlich hat, lesen Sie hier.

    Arbeitgeberbewertung: Bedeutung für Bewerber und Unternehmen

    Viele Arbeitgeber erwarten es von Bewerbern grundsätzlich: Sich über das Unternehmen, für das sie sich bewerben, im Vorfeld zu informieren. In der Regel bedeutet das für den Kandidaten, auf der Homepage des Unternehmens über dessen Geschichte, Führungspersönlichkeiten und Firmenethik zu recherchieren und damit im Bewerbungsgespräch zu punkten. Doch sich über den künftigen möglichen Arbeitgeber zu erkundigen, kann heute auch ganz andere Formen annehmen – dank zahlreicher Arbeitgeberbewertungsportale im Internet.

    Denn nicht nur zum Punkten im Bewerbungsgespräch, sondern vor allem auch für den persönlichen Eindruck des Bewerbers sind Hintergrundinformationen jeglicher Art hilfreich. Die Arbeitgeberattraktivität spiegelt sich wohl kaum deutlicher wider als in den Erfahrungen anderer oder ehemaliger Mitarbeiter. Und über das Internet verbreiten sich solche Informationen rasend schnell: laut der index Research Expertenbefragung gab es demnach im Juli 2018 mehr als 2,7 Millionen Bewertungen zu über 700.000 Unternehmen.

    Die wachsende Bedeutung solcher Arbeitgeberbewertungsportale und deren Einfluss auf potenzielle Bewerber ist also keineswegs zu unterschätzen. Durch die individuelle Bewertung vonseiten der Mitarbeiter wird diese für Außenstehende umso authentischer – und birgt für das Unternehmen gleichsam auch einige Risiken. Welche das sind und wie sie als Unternehmen damit umgehen, erfahren Sie hier.

    Bewertung von Unternehmen: Diese Portale gibt es

    Zunächst einmal muss klargestellt werden: Arbeitgeberbewertungsportale gibt es zahlreiche, doch nicht alle sind auch gleichermaßen bekannt. Neben bekannten Portalen wie kununu gibt es auch andere, die mit je eigenen Kriterien und Bewertungsmöglichkeiten punkten. Eine genaue Zusammenstellung der Bewertungsmöglichkeiten der einzelnen Plattformen finden Sie im Artikel über Arbeitgeberbewertungsportale – mit dieser Übersicht können Sie sich aber direkt einen ersten Eindruck verschaffen:

    • Kununu: Das wohl bekannteste Bewertungsportal, das es aktuell gibt – und auch das größte im deutschsprachigen Raum. Über 700.000 Unternehmen, die bereits nach verschiedenen Kriterien anhand eines Punkte-Systems bewertet wurden, sprechen für sich.
    • Jobvoting: Das erste deutschsprachige Bewertungsportal für Jobs und Unternehmen. Bereits mehr als 100.000 Unternehmen wurden seit Beginn der Plattform bewertet.
    • Glassdoor: Eine US-amerikanische Arbeitgeberbewertungsplattform, die im Jahr 2007 gegründet wurde. Seit 2015 gibt es auch eine deutschsprachige Seite, auf der bereits rund 6.500 Unternehmen bewertet wurden.
    • MeinChef: Etwas weniger bekannt, aber dennoch unter den größten Plattformen, die aktuell existieren. Bei MeinChef befinden sich seit der Gründung im Jahr 2010 bereits rund 10.000 bewertete Arbeitgeber in der Datenbank.
    • BizzWatch: Diese Plattform wurde 2009 gegründet und stellt seither Erfahrungsberichte zu mehr als 2.500 Arbeitgebern online. Eine eher kleinere Datenbank.
    • Jobvote: Noch kleiner ist die Plattform Jobvote, mit ca. 800 bewerteten Arbeitgebern. Doch auch hier können sich Bewerber über ein Unternehmen informieren.

    Neben diesen Online-Bewertungsportalen gibt es natürlich auch noch andere Möglichkeiten, Informationen über Betriebe auszutauschen.

    Hinweis: Über „Google my Business“ sind eingetragene Unternehmen ganz einfach für jedermann online auffindbar. Auch Bewertungen von Kunden oder Mitarbeitern kann man dort lesen.

     

    Und natürlich gibt es auch ganz ohne Internet die alt bewährte Mund-zu-Mund-Propaganda: Als Personalverantwortlicher bzw. Mitarbeiter der HR-Abteilung sollten Sie also durchaus Wert auf ein positives Auftreten Ihres Unternehmens legen, nicht zuletzt aufgrund der Arbeitgeberbewertung in diversen Portalen.

    Recruiting: Bewertungsplattformen als Faktor zur Mitarbeitergewinnung?

    Haben Bewertungsportale für Unternehmen tatsächlich einen Einfluss auf potenzielle Bewerber? Mit dieser Frage hat sich die index Research Expertenumfrage an verschiedene Firmen gewandt – mit einem eindeutigen Ergebnis. Die große Mehrheit der befragten Unternehmen, genau genommen mehr als drei Viertel davon, ist überzeugt, dass Portale wie kununu und Co. einen großen Einfluss auf die Jobentscheidung potenzieller Bewerber hat. Wie geht man als Unternehmen also mit solchen Bewertungsportalen richtig um?

    Zunächst einmal ist es wichtig zu realisieren, dass eine Arbeitgeberbewertung für Jobsuchende tatsächlich ein wichtiges Mittel darstellt, sich vorab über ein Unternehmen zu informieren. Und vor allem, dass davon natürlich auch Entscheidungen über eine mögliche Bewerbung abhängen. Dennoch spielen  Portale als direktes Recruiting-Tool für die meisten Firmen noch keine bis eine nur untergeordnete Rolle. Dabei können Sie Arbeitgeberbewertungsportale mit ein paar Tricks auch aktiv zum Rekrutieren nutzen:

    • Legen Sie Wert auf ein positives Arbeitgeberportrait auf den Plattformen
    • Bieten Sie neben Bewertungen weitere Infos für Besucher
    • Stellen Sie Fotos von Mitarbeitern und deren Arbeitsalltag ein (achten Sie dabei auf Datenschutzbestimmungen)
    • Veröffentlichen Sie auf den Plattformen offene Stellenangebote
    • Reagieren Sie auf Bewertungen – auch auf Kritik
    Das bedeutet: Wenn Sie derartige Bewertungsplattformen richtig für sich nutzen, können Sie damit auch als Unternehmen neue Mitarbeiter für sich gewinnen. Dabei ist es wichtig, dass Sie über ein umfassendes Reputationsmanagement verfügen, um das Image Ihres Unternehmens im Blick zu behalten.

    Employer Branding und Internetbewertung: Imageverbesserung für Ihre Firma

    Nicht nur für den Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber, dessen Unternehmen bewertet wird, können Arbeitgeberbewertungsplattformen im Internet eine Chance darstellen. Um sich als Unternehmen also von der besten Seite zu zeigen, müssen Sie demnach nicht nur Wert auf eine positive Online-Bewertung legen, sondern grundsätzlich auf eine gute Unternehmensstruktur und einen angemessenen Umgang mit Mitarbeitern und Personal:

    • Setzen Sie auf eine realistische Darstellung Ihres Unternehmens und versprechen Sie nicht das Blaue vom Himmel – eine echte Arbeitgeberbewertung würde dies sowieso nur widerlegen.
    • Lassen Sie konstruktives Feedback von Mitarbeitern zu, auch wenn dies negativ ausfällt. Reagieren Sie angemessen auf Kritik.
    • Fragen Sie nach! Wird Kritik geäußert, widersprechen Sie nicht, sondern fragen Sie nach Beispielen und stellen Sie sicher, dass Sie die Situation richtig interpretieren.
    • Rechtfertigen Sie sich nicht, sondern lassen Sie Kritik auf sich wirken.
    • Auch bei Online-Bewertungsportalen gilt: geben Sie Feedback auf Feedback. Äußert jemand Kritik, gehen Sie darauf ein. Das bringt Pluspunkte.
    • Geben Sie Fehler zu. Ist die Kritik berechtigt? Stehen Sie dazu. Wo Menschen arbeiten, da passieren Fehler. Setzen Sie als Firma alles daran, es künftig besser zu machen.

    Wichtig ist also nicht unbedingt, welche Arbeitgeberbewertung Ihr Unternehmen über eine solche Plattform bekommt, sondern wie Sie als Firma mit diesen Bewertungen umgehen. Ihr unternehmerischer Auftritt auf Arbeitgeberbewertungsplattformen ist für Kandidaten also enorm wichtig. Der erste Schritt ist dabei, auf Bewertungen zu reagieren und sich selbst als offenes und faires Unternehmen zu präsentieren.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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