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5 Tipps zum Active Sourcing: Das müssen Sie über den Recruiting-Trend wissen

© Jeanette Dietl / Fotolia
active sourcing

Dass Bewerber für ausgeschriebene Stellen Schlange stehen, ist bei vielen Berufen längst vorbei. Je nach Branche macht sich in Deutschland bereits ein deutlicher Fachkräftemangel bemerkbar – worauf auch Recruiter reagieren müssen. Active Sourcing bezeichnet eine Methode zur Personalbeschaffung, wobei HR-Manager proaktiv geeignete Kandidaten ansprechen, um diese schließlich für das eigene Unternehmen gewinnen zu können.

In diesem Artikel lesen Sie, was Active Sourcing ausmacht und welche 5 Dinge Sie beachten sollten, wenn Active Sourcing für die Personalbeschaffung auch in Ihrem Unternehmen von Relevanz ist.

Active Sourcing Tipp 1: Professionell, authentisch und individuell bleiben

Die Technik des Active Sourcing weist einige Parallelen zum Headhunting auf. Sowohl beim Active Sourcing als auch beim Headhunting werden gezielt potenzielle Kandidaten angesprochen. Der Unterschied: Während externe Headhunter versuchen, überwiegend Spitzenpositionen zu besetzen, kann Active Sourcing von der Personalabteilung intern genutzt werden, um Fach- und Führungskräfte zu finden.

Grob lässt sich das Active Sourcing in drei Schritte gliedern:

  1. Vorbereitung: Bei der modernen Personalbeschaffung durch Recruiter macht sich zunächst Gedanken, welche Kompetenzen für eine ausgeschriebene Position relevant sind. Nach der Erarbeitung des Anforderungsprofils geht es ins Finetuning: Welche Persönlichkeiten könnten für die Position geeignet sein?
  2. Recherche: Danach wird überlegt, wo solche Persönlichkeiten zu finden sind. Das können bestimmte Tagungen oder Kongresse oder auch spezielle Gruppen in Business-Netzwerken sein.
  3. Ansprache: Nun geht es an die proaktive Ansprache bestimmter Personen, die gut auf die ausgeschriebene Stelle passen würden. Das kann on-, aber auch offline geschehen.

Da Sie als Mitarbeiter der Personalabteilung gezielt potenzielle, neue Mitarbeiter ansprechen, sollte es selbstverständlich sein, individuell auf Ihr Gegenüber einzugehen. Lassen Sie nicht dazu verleiten bei Job-Netzwerke, wie Xing oder LinkedIn Kandidaten anzusprechen, die ein ähnlichens Profil haben. Hier sollte zielgerichtet gesucht werden.

Ähnlich wie bei Bewerbungsanschreiben ist das ein No-Go – denn schließlich soll sich die Person wertgeschätzt und persönlich angesprochen fühlen. Massen-Mails können das nicht leisten. Ein gut gepflegtes Profil des Active Sourcers ist in Social Media außerdem Pflicht. Nur so ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass es sich um eine ernst gemeinte Anfrage und nicht um Spam handelt.

Active Sourcing Tipp 2: Über alle verfügbaren Kanäle Mitarbeiter finden

Es gibt verschiedene Wege Active Sourcing bestmöglich auszuschöpfen. Es ist deshalb ratsam, sich nicht nur auf einen Kanal, beispielsweise die oben genannten Job-Netzwerke, zu verlassen. Stattdessen gilt es, alle Optionen auszureizen, um die geeignetsten Kandidaten ausfindig zu machen.

Die gängigsten Wege der Personalgewinnung im Rahmen des internetbasierten Active Sourcing auf nur einen Blick:

  • Profile-Mining: Gezielte Kompetenz-Suche in Job-Netzwerken
  • Eigene Karriere-Seite: Rekrutierung über die firmeneigene Social-Media-Page, beispielsweise bei Facebook
  • Open-Web-Suche: Einfach einmal „googeln“
  • Lebenslauf-Datenbanken: Hier gibt es viele von Jobsuchenden hinterlegte Lebensläufe, die ein umfassendes Bewerberbild abgeben

Sinnvoll ist es, die verschiedenen Active-Sourcing-Kanäle zu kombinieren. Eine schrittweise und systematische Kombination der Ergebnisse trägt dazu bei, die Kandidatenauswahl bestmöglich einzugrenzen. Das wird als sogenanntes „Talent Mining“ bezeichnet und stellt keinen eigenen Kanal dar, sondern vielmehr eine praxiserprobte Methode, um noch spezifischere Ergebnisse bzw. eine noch schärfer konturierte Kandidatenauswahl zu erhalten.

Tipp: Es empfiehlt sich, Best-Practice-Beispiele auszuarbeiten, denen eine gewisse Strategie zugrunde liegt. Vermeiden Sie es, beim Mining willkürlich vorzugehen und unterschiedliche Sourcing-Kanäle und -Methoden zu kombinieren. Das könnte unter Umständen viel Zeit kosten und die Ergebnisse zudem negativ beeinflussen.

Active Sourcing Tipp 3: Experimentierfreude und Recruiting-Know-how verbinden

Die verschiedenen Spielarten beim „Talent Mining“ führen auch schon zum nächsten Punkt: Zeigen Sie sich experimentierfreudig! Nur, wer offen für Neues ist, wird bei dieser eher neuartigen Recruiting-Strategie erfolgreich sein. Das bedeutet konkret: Bleiben Sie am Thema dran – und blicken Sie auch einmal über den Tellerrand bzw. über die Grenzen Deutschlands hinaus.

In den Vereinigten Staaten finden beispielsweise zahlreiche „Sourcing Summits“, also Kongresse rund um das Thema Active Sourcing, statt. Gerade aus dem anglophonen Gefilden gibt es viel Input zum Themenspektrum Boolesche Suche (mit welchen Suchkombinationen werden die wertvollsten Treffer erzielt).

Kurzum: Trauen Sie sich, soweit es die Firmenstrukturen zulassen, auszuprobieren, zu testen und zu recherchieren, um die optimale Stellenbesetzung zu finden! Neue Erkenntnisse können dann mit dem ohnehin vorhandenen Know-how rund um die Personalbeschaffung verbunden werden.

Active Sourcing Tipp 4: Social Media aktiv nutzen

Oben wurde bereits angedeutet, dass es möglich ist, über firmeneigene Karriere-Pages oder die Facebook-Seite des Unternehmens auf Talente aufmerksam zu werden. Die sozialen Medien bieten aber noch eine weitere Option, die nicht unterschätzt werden sollte: Die interaktiven Gruppen, die unter anderem bei diesen Social Media eine weitreichende Rolle spielen:

In Gruppen können sich die Mitglieder untereinander austauschen. Wer sich als Active Sourcer in diversen Social-Media-Gruppen aufhält, kommt in den direkten Kontrakt mit den Gruppenmitgliedern. So bleiben Personaler nicht nur am Ball, was spezifische Themen und Fragestellungen angeht, sondern können sich ein erstes Bild über geeignete Kandidaten machen.

Auch hier gilt: Natürlich sollten Sie als Recruiter nicht inkognito an Bord sein. Lassen Sie stattdessen bereits in Ihrem Profil erkennen, für welches Unternehmen Sie arbeiten, sodass sich auch die Gruppenadministratoren ein Bild von den Gruppenmitgliedern machen können.

Einige Firmen haben eigene Gruppen, die sie verwalten und moderieren. Ein Beispiel hierfür wäre die für diesen Artikel erdachte Gruppe „Fach- und Führungskräfte im Marketing“. Wer als Unternehmen nun der Administrator bzw. Moderator der Gruppe ist, kann sich bereits beim Sichten der Beitrittsanfragen ein Bild der einzelnen Mitglieder machen. Einige davon kommen unter Umständen für vakante Stellen im eigenen Unternehmen infrage.

Active Sourcing Tipp 5: Empathie ist der Schlüssel bei der Personalbeschaffung

Eine wesentliche Sache, die nicht unterschätzt werden sollte, sind zwischenmenschliche Kompetenzen. Feingefühl und die Fähigkeit, sich auf das Gegenüber einzulassen, bestimmen in der Personalabteilung den Arbeitsalltag – und sollten auch beim Active Sourcing via Internet und Telefon nicht außer Acht gelassen werden.

Es ist nicht schwierig, bestimmte Suchtechniken anzuwenden, um potenzielle neue Mitarbeiter zu identifizieren. Die Ansprache sollte aber vorsichtig und individuell auf den Kandidaten zugeschnitten sein. Wer telefonisch mit einem Kandidaten in Kontakt tritt, hat hierbei noch die besseren Chancen, sich auf die Person am anderen Ende der Leitung einzulassen, denn schließlich gibt es eine Reaktion.

Via Privatnachricht, E-Mail oder Facebook-Chat entwickelt sich das Ganze schon schwieriger. Recruiter sollten hier in keinem Fall mit der Tür ins Haus fallen. Auch Anfragen à la „sind Sie mit Ihrer beruflichen Situation unzufrieden?“ wirken nicht gerade professionell und können auch negativ aufgefasst werden. Aus diesem Grund sollten mit dem Active Sourcing vor allem Personen betraut werden, denen es gelingt, empathisch, kompetent und überzeugend aufzutreten – und zwar auf jedem Kanal.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

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