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Wie Sie als Arbeitgeber mit Rivalität am Arbeitsplatz umgehen

© C. Schuessler/Fotolia
Rivalität am Arbeitsplatz

In Teamarbeiten und bei schwierigen Projekten, aber auch im regulären Arbeitsalltag kann es unter Kollegen zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Konflikte am Arbeitsplatz sind normal, problematisch wird es, wenn sie sich häufen und die Produktivität der Firma senken. Arbeitgeber sollten die Stimmung im Unternehmen somit im Blick behalten: Konkurrenzdenken und Rivalität im Betrieb können nämlich weitreichende Folgen haben und sich auf die Arbeitsqualität auswirken. Doch wie erkennt man den Wettstreit unter Kollegen und wann sollte dagegen vorgegangen werden? Dieser Artikel stellt die Folgen und Möglichkeiten dar, Rivalität am Arbeitsplatz zu mindern und als Führungskraft professionell zu agieren.

    Was ist Rivalität am Arbeitsplatz?

    In der Arbeit treffen nicht nur unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, sondern auch verschiedene Arbeitsweisen und Zielorientierungen. Bei einer großen Vielfalt von Charaktertypen und Personeneigenschaften kommt es nicht selten zu Konflikten und Auseinandersetzungen.

    Es ist dabei jedoch vollkommen normal, dass nicht immer Harmonie unter allen Mitarbeitern herrschen kann. Mitunter sind Meinungsverschiedenheiten auch produktiv. Denn: In der Kommunikation und gerade in Diskussionen können auch sinnvolle Ideen und Entwicklungsvorschläge zustande kommen. Problematisch wird es jedoch, wenn die Arbeitsatmosphäre durch Konfliktpotenzial und eine allgemeine Anspannung beeinträchtigt wird.

    Rivalität: Beeinträchtigung des Arbeitsklimas

    Sind Angestellte auf einem Level, was ihr Leistungspotenzial und ihre Ambitionen angeht, kann es zu einem Wetteifern kommen. Arbeitnehmer möchten unter Umständen beweisen, dass sie effizienter und erfolgreicher vorgehen, als ihre Mitstreiter. Ein solches Verhalten kann dazu führen, dass die allgemeine Leistungsbereitschaft im Unternehmen steigt. Jeder möchte noch produktiver arbeiten als der andere.

    Achtung: Häufig entwickeln sich dabei jedoch negative Dynamiken. Mitarbeiter entwickeln schnell Verhaltensweisen, die sich ungünstig auf das Betriebsklima auswirken und dem Zusammenhalt in der Firma schaden.

     

    Aus Rivalität am Arbeitsplatz können sich verschiedene Formen von Konflikthandlungen ergeben:

    • eigennütziges Denken
    • unfaires Handeln gegenüber Mitarbeitenden
    • Verlust offener Kommunikation
    • Unkameradschaftlichkeit
    Wichtiger Hinweis: Das Konkurrieren unter Angestellten kann zwar einen positiven Effekt haben, dieser kann sich jedoch auch schnell wandeln. Führungskräfte sollten deshalb die Stimmung innerhalb des Teams beobachten und darauf achten, dass keine ausgeprägten Konflikte entstehen und sich verfestigen können.

    Wie grenzt sich Rivalität von Mobbing ab?

    Neben andauernden Konflikten können auch Ausgrenzung und Gerüchte ein Grund dafür sein, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz nicht wohlfühlen. Aus Auseinandersetzungen und im Wettstreit um Anerkennung kann unter Umständen Mobbing werden.

    Wetteifern mindert das Verständnis von Fairness und Solidarität unter den Angestellten und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Arbeitnehmer gegenseitig als ernste Konkurrenten sehen. Daraus folgt gegebenenfalls, dass einzelne Kollegen systematisch erniedrigt und beleidigt werden. So ist es in einigen Fällen nicht möglich, eine klare Grenze zwischen Rivalität und Mobbing zu ziehen.

    Wichtiger Hinweis: Die vorsätzliche Demütigung bestimmter Mitarbeiter kann auch durch Gereiztheit oder durch weitere Wechselwirkungen am Arbeitsplatz entstehen. Vorgesetzte sollten genauer untersuchen, ob sich das Mobbing aus einem Konkurrenzdenken ergibt oder ob eine andere Quelle Grund für die Entwicklung ist. In jedem Fall gilt: Mobbing erfordert das Einschreiten der Führungskraft.

    Wann müssen Arbeitgeber einschreiten?

    Durch Rivalität und Folgen wie Mobbingfälle, sinkende Arbeitsleistung und -motivation sowie Kündigungen kann nicht nur die Effizienz, sondern auch der Ruf eines Unternehmens Schaden nehmen (insbesondere was das Employer Branding anbelangt.). Ein Vorgehen gegen ein Wettstreiten unter Mitarbeitern ist also in mehrfacher Hinsicht notwendig.

    Grundsätzlich gilt, dass Vorgesetzte ständig in Kontakt mit ihren Angestellten bleiben sollten. So erfahren Personalverantwortliche, wie die Stimmung unter den Kollegen momentan ist und wie die Kommunikation unter ihnen funktioniert. Stellt sich im Austausch heraus, dass es zu Mobbing kommt oder Konflikte den Arbeitsalltag einschränken, sollten Führungskräfte einschreiten.

    Wie können Führungskräfte gegen Rivalität vorgehen?

    Präventives Handeln verhindert, dass Schäden behoben und Folgen behandelt werden müssen. Dies gilt auch für den Umgang mit Rivalität am Arbeitsplatz. Da die Auswirkungen von Konkurrenz auch positiv ausfallen können, ist es wichtig, ein Wettstreiten kollegial zu gestalten und Regeln aufzustellen. Ist allen Mitarbeitern klar, welches Verhalten sich ihre Vorgesetzten wünschen, fällt es ihnen leichter, sich dementsprechend zu verhalten.

    Die besondere Rolle des Vorgesetzten

    Führungskräften besitzen eine besondere Funktion, da sie mehrere Aufgaben übernehmen sollten, die zu einer positiven und förderlichen Arbeitsatmosphäre im Unternehmen beitragen:

    • Ansprechpartner für Mitarbeiter: Angestellte können und sollten sich bei Problemen und mit ihren Anliegen neben separaten Anlaufstellen auch an ihren Vorgesetzten wenden können. Dieser sollte Interesse an den Bedürfnissen seiner Mitarbeiter zeigen und lösungsorientiert agieren.
    • Vorbildfunktion: Führungskräfte besitzen außerdem die Aufgabe, Arbeitnehmern das gewünschte Verhalten vorzuleben. Regeln und Vorschriften lassen sich zwar theoretisch vermitteln, handelt der Arbeitgeber jedoch selbst nach den Vorgaben, zeigt dies dem Mitarbeiter sein Durchsetzungsvermögen und seine Geradlinigkeit.
    • Schlichtungsrolle: Neben dafür vorgesehenen Ansprechpartnern und Fachpersonal sollten Vorgesetzte dazu fähig sein, einen aufkommenden Konflikt unter Angestellten zu schlichten und in bestimmten Situationen deeskalierend einzugreifen.

    Durch den Einfluss, den Führungskräfte auf ihre Arbeitnehmer haben, können sie den Umgangston und die Stimmung in der Firma stark lenken. So lässt sich auch der Rivalitätsgedanke verstärken oder verringern. Vorgesetzte sollten deswegen darauf achten, wie sie Forderungen und Aufgabenverteilung formulieren, um kein extremes Konkurrenzdenken auszulösen oder zu fördern.

    Wichtiger Hinweis: Gerade in zugespitzten Auseinandersetzungen und ausgeprägten Streitsituationen kann es sinnvoll sein, eine neutrale Person einzusetzen, um den Konflikt zu lösen. Unter Umständen ist die Interaktion zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten bereits vorbelastet oder durch die berufliche Beziehung beeinflusst.

    Rivalität am Arbeitsplatz: Handlungsoptionen gegen extreme Konkurrenz

    Abgesehen von der aktiven Rolle des Arbeitgebers bei der Schlichtung und in der Kommunikation mit den Mitarbeitern haben Führungskräfte die Möglichkeit, generelle Umgangsformen im Unternehmen zu etablieren und Arbeitnehmer auf konkrete Situationen vorzubereiten, beispielsweise durch:

    • Etablieren einer offenen Kommunikationskultur
    • Fortbildungen und Workshops zur Kompetenzsteigerung
    • Erläuterung von Konsequenzen bei Fehlverhalten

    Vorgesetzte sind unter anderem dafür verantwortlich, dass die Kommunikation unter ihren Mitarbeitern funktionieren kann und sich Angestellte sicher genug fühlen, um ehrlich ihre Meinung zu äußern und Ideen zu entwickeln. Auf diese Weise können auch schwierige Themen behandelt und geklärt werden. Durch eine ausgeprägte Feedbackkultur können Mitarbeiter und Führungskräfte Konflikte verhindern oder sie ohne weitere Auseinandersetzungen meistern.

    Durch ein Angebot von Seminaren beziehungsweise Veranstaltungen zur Weiterbildung, erfahren Angestellte mehr über die Auswirkungen von Rivalität und Konkurrenzdenken. So können Workshops beispielsweise ihr Bewusstsein für konkrete Situationen und unterschiedliche Formen von Rivalität fördern. Mitarbeitern und Vorgesetzten gelingt es so, kompetent zu handeln und negative Verhaltensweisen umzulenken.

    Damit Arbeitnehmern deutlich wird, dass Egoismus, Mobbing und weitere Handlungen, die aus Rivalität resultieren, nicht gestattet werden, müssen Vorgesetzte Konsequenzen erläutern. Als Führungskraft sollten Sie verdeutlichen, dass Sie gegen intolerantes Verhalten vorgehen. Mit Abmahnungen oder gar einer Kündigung sollten Arbeitgeber jedoch erst im Ernstfall einschreiten.

    Autor: Redaktion Personalwissen

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