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Mitarbeiterbindung heute trägt ein Paradox in sich: Zum einen wollen Sie als Führungskraft, dass vor allem Ihre Leistungsträger dem Unternehmen treu bleiben, zum anderen brauchen gerade diese Mitarbeitenden eine lange, keine kurze Leine. Und genau hierin steckt ein vermeintlicher Widerspruch: Wenn Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Chance geben, sich zu entwickeln, unterstützen Sie damit auch deren Karrieremöglichkeiten – und zwar nicht nur im eigenen Haus oder Team. Denn je besser sich Mitarbeitende entwickeln, desto attraktiver werden sie als potenzielle Mitarbeitende auch für andere Unternehmen.
Obstkorb, Kicker, Jobrad, Fitnesszuschuss oder gemeinsames Grillen – solche kleinen und größeren Extras nehmen die Mitarbeitenden zwar gern mit, aber sie sind nicht allein ausschlaggebend dafür, dass Menschen ihrem Unternehmen treu bleiben. Was nützt es, mit dem Firmen-E-Bike zum Job zu radeln, wenn dort der cholerische Chef wartet? Was bringt der Kicker, wenn Sie mit niemandem aus dem Team spielen wollen?
Verlieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Bindung zu Ihnen, zum Team oder zum Unternehmen, ist meist ein schleichender Prozess vorausgegangen: Mitarbeitende haben sich nicht mehr wertgeschätzt gefühlt, eingebrachte Ideen versandeten wiederholt, Konflikte wurden nicht gelöst, Frust baute sich auf. Das Gefühl „Ich gehöre nicht hierher“ machte sich breit. Und dann ist es nur noch ein kleiner Schritt und derjenige oder diejenige geht.
Ist Mitarbeiterbindung noch zeitgemäß und wenn ja, warum? Wie schaffen Führungskräfte es, dass die Leistungsträger bleiben und nicht abwandern? Und was hält Mitarbeitende wirklich in ihrem Job? Diese Fragen erörterte ich mit Prof. Dr. Jörg Felfe, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, im Interview.
Mitarbeiterbindung ist nicht gleich Mitarbeiterbindung. Denn allein die Tatsache, dass ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin seit vielen Jahren im Unternehmen beschäftigt ist, sagt noch wenig darüber aus, wie stark verbunden mit dem Unternehmen er oder sie sich tatsächlich fühlt. Menschen bleiben, weil sie wollen. Weil sie glauben, dass es vernünftig ist. Oder weil sie meinen, bleiben zu müssen.
Der Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Nicht nur KI treibt die Unternehmen und Mitarbeitende an, sondern auch die Möglichkeit, hybrid zu arbeiten, der Fachkräftemangel in einzelnen Branchen sowie der zunehmende Wechselwille von Arbeitnehmenden. Hinzu kommt eine Umschichtung des Arbeitsmarkts: Waren in der Boomer-Generation unbefristete Stellen und lange Betriebszugehörigkeit noch die Regel, so starten heute viele junge Menschen mit befristeten Verträgen oder Teilzeit in den Job, bereit, schnell wieder Neues auszuprobieren. Ist deshalb in dieser Arbeitswelt Mitarbeiterbindung zum Unternehmen überhaupt noch ein Thema?
Noch nie fühlten so wenige Mitarbeiter eine hohe Bindung an ihren Arbeitgeber wie heute. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Gallup-Studie, die im März 2025 veröffentlicht wurde. Auch das Vertrauen in Arbeitgeber und Führungskräfte sei eingebrochen. Die Erklärung der Studienherausgeber: Die derzeitigen Krisen schlagen auf die Stimmung der Arbeitnehmer in Deutschland durch. Lesen Sie hier, warum und wie Sie dem entgegenwirken sollten.
Die Wechselbereitschaft von Arbeitnehmenden ist in den letzten Jahren ständig gewachsen. Hierzu hat nicht nur der Fachkräftemangel beigetragen, der einen Bewerbermarkt geschaffen hat, auf dem sich Arbeitnehmende ihren nächsten Job meist aus mehreren Angeboten aussuchen können. In dieser Situation ist es für Sie als Führungskraft besonders wichtig, Ihre Mitarbeitenden zu halten. Dies können Sie über professionelle Führung erreichen – und über Benefits. Dazu sollten Sie wissen, welche Extras besonders gut ankommen.
Flexible Arbeitswelten sind kein vorübergehender Trend, sondern längst der neue Standard. Mitarbeitende wollen selbst bestimmen, wann, wo und wie sie arbeiten – und Unternehmen, die darauf nicht eingehen, riskieren, ihre besten Talente zu verlieren. Doch wie schaffen Sie es, Ihre Mitarbeitenden an Ihr Unternehmen zu binden, wenn der physische Arbeitsplatz keine zentrale Rolle mehr spielt? Es braucht neue Strategien, die über Gehalt und Benefits hinausgehen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie echte Loyalität aufbauen, auch wenn Ihr Team verstreut und unabhängig arbeitet.
Das Retention Management ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor gegenüber der Konkurrenz. Dass der aktuelle Fachkräftemangel immer kritischer wird und sich parallel dazu die Erwartungen Ihrer Mitarbeiter an Sie immer höherschrauben, ist nur eine Erschwernis. Denn Fakt ist zudem, dass sich die Arbeitswelt radikal und rasant geändert hat und sich dieser Prozess weiter fortsetzen wird. Sie müssen darauf achten, dass Sie gute und qualifizierte Mitarbeiter halten und erfolgreich an Ihr Unternehmen binden. Das Retention Management ist deshalb nicht nur ein Trend, sondern eine Daueraufgabe für Sie.