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8 Tipps für Ausbilder: Motivation in der Ausbildung

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Motivation

Transparenz, offene Kommunikation und Work-Live-Balance sind 3 von 8 wichtigen Faktoren der Motivation für Auszubildende. Die Generation Y setzt damit neue Maßstäbe und nimmt massiven Einfluss auf den Umgang mit Mitarbeitern. In diesem Text erfahren Sie, wie Sie richtig handeln und Ihre Azubis optimal motivieren.

Motivation – Tipp 1: Offen kommunizieren

Ein wesentlicher Motivationsfaktor für Azubis ist die offene Kommunikation. Das betrifft sowohl betriebsinterne Themen, beispielsweise das Gespräch über geplante Umstrukturierungen, als auch Lob und Tadel. Ebenso offen sollten die Azubis auch über das Thema Motivation in der Ausbildung sprechen können und dürfen – im besten FallE werden sie vom Ausbilder sogar dazu ermuntert.

Folgende Fragen können helfen, das Kommunizieren rund um die Motivation der Azubis zu initiieren bzw. zu fördern:

  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Tätigkeiten und dem Arbeitsumfeld?
  • Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie?
  • Welche Kritikpunkte gibt es Ihrerseits anzumerken?

Es ist äußerst wichtig, dass vonseiten der Ausbildungsstelle versichert wird, dass sachliche Kritik für den oder die Auszubildende keine negativen Konsequenzen haben wird.

Gerade größere Unternehmen mit mehreren Abteilungen haben für die Azubis oft unterschiedlich ansprechende Aufgabenfelder. So lange die Ausbildungsinhalte auf verschiedenen Tätigkeiten beruhen, wird es immer „beliebte“ und „unbeliebte“ Abteilungen geben.

Gerade hier setzt aufs Neue die offene Kommunikation an: Wenn die jungen Erwachsenen sich selbst und ihre Kreativität bei der betrieblichen Ausbildung einbringen können und dürfen, haben sie selbst Einfluss auf ihr Arbeitsumfeld und können aktiv daran mitwirken. Das zeigt als Motivator im Alltag durchaus Wirkung.

Motivation – Tipp 2: Transparenz schaffen

Um die Motivation der Azubis im Alltag hochzuhalten, ist es sinnvoll, nicht nur die innerbetriebliche Kommunikation zu fördern, sondern auch einen persönlichen Zugang zu den Auszubildenden zu bekommen. Das kann auf unterschiedliche Art und Weise realisiert werden: Besonders Gespräche zwischen den Ausbildern und den Azubis sowie den Auszubildenden untereinander werden als motivierend empfunden.

Als Initialzündung für solche Gespräche erweisen sich Magnettafeln als besonders geeignet. Auf ihnen können Mitarbeiter und Azubis mittels Marker oder Smileys den eigenen Gemütszustand des jeweiligen Tages angeben. Die Skala von „extrem ausgeglichen“ bis „mega gestresst“ erweist sich in gleich zwei Punkten als praktisch:

  • Die einzelnen Teammitglieder können deutlich machen, ob sie aktuell Probleme haben, die sie belasten und die ihre Motivation beeinflussen.
  • Gespräche der Azubis miteinander werden gefördert, was zu einem Austausch und bestenfalls einer gegenseitigen Stärkung anregen kann.

Motivation – Tipp 3: Vertrauen entgegenbringen und die Selbstständigkeit fördern

Sie als Ausbilder müssen die herausfordernde Aufgabe bewerkstelligen, die Potenziale der jungen Erwachsenen zu erkennen und entsprechend zu fördern. Gerade bei Jugendlichen, die vor Kurzem erst die Schule verlassen haben, braucht es Feingefühl:

  • Wie selbstständig ist der Azubi?
  • Welche Aufgaben können ihm übertragen werden?
  • Was muss ich als Ausbilder kontrollieren?

Ratsam ist es, den Grad der Selbstständigkeit im Laufe der Berufsausbildung zu erhöhen. Dennoch sollte auf eine Kontrolle nicht gänzlich verzichtet werden. Kleinere Aufgaben, bei denen sich ein vermeintliches Risiko in Grenzen hält, können dem Auszubildenden vollständig übertragen werden. Dieser Vertrauensvorschuss drückt Wertschätzung aus, was sich wiederum positiv auf die Motivation der Azubis auswirkt.

Motivation – Tipp 4: Freizeit als Leistungsmotiv erkennen

Genügend Freizeit und eine ausgeglichene Work-Life-Balance steigern die Lebensqualität. Dieser Aspekt nimmt für einen wachsenden Anteil der Gesellschaft eine immer größere Relevanz als monetäre Anreize ein. Vor allem junge Menschen messen der gesteigerten Lebensqualität eine große Bedeutung bei. Das gilt insbesondere für die Generation Y und die Nachfolge-Generation Z, die aktuell im ausbildungsfähigen Alter ist.

Motivationssteigernd wirken hier vor allem flexible Arbeitszeiten. So kann sich der oder die Auszubildende die Arbeitszeit selbst einteilen und bei Bedarf – soweit das innerhalb der Kernzeiten möglich ist – früher von der Arbeit nach Hause gehen oder einmal später kommen. Im Rahmen von Gleitzeitregelungen ist es für die jungen Erwachsenen somit möglich, auch private Termine wahrzunehmen.

Motivation – Tipp 5: Empathie aufbringen

Nicht jeder Tag ist gleich: Sowohl die Motivation als auch die Leistung der Auszubildenden unterliegt Schwankungen. Hier liegt es am Ausbilder, sich so gut wie möglich in den Azubi hineinzuversetzen und Empathie zu zeigen:

  • Was sind die täglichen Bedürfnisse der Auszubildenden?
  • Gibt es aktuell perspektivische Bedürfnisse?
  • Was kann ich tun, um auf den Jugendlichen einzugehen?
  • Gibt es spezielle Lebensbedingungen, die ich beachten muss?

Solche Fragen tragen dazu bei, die empathischen Fähigkeiten zu trainieren. Auch die genannte Stimmungs-Magnettafel hilft, eine Einschätzung über die Grundsituation zu gewinnen, um so speziell auf die Bedürfnisse der Azubis einzugehen, die jungen Menschen abzuholen und ihre Motivation zu steigern.

Motivation – Tipp 6: Lob und Anerkennung formulieren

Neben Empathie sind vor allem auch Lob und Anerkennung wahrhafte Motivations-Booster. Eine positive Bekräftigung wirkt sich nicht nur auf das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter aus, sondern auch auf die Motivation. Anerkennung sollte keinesfalls zu sparsam eingesetzt werden, da sie ein hohes Motivationspotenzial birgt.

Aber: Inflationäres Loben sollte ebenfalls vermieden werden. Übertreiben Sie es nicht. Jedes ausgesprochene Lob muss glaubwürdig sein. Selbstredend kann es Anerkennung nur für Leistungen geben, die tatsächlich erbracht wurden. Das gilt auch für kleinere Leistungen – und vor allem für kleine Lernfortschritte im Rahmen der Berufsausbildung. Regelmäßige Feedbackrunden im Rahmen der beruflichen Ausbildung tragen dazu bei, dass dieser wichtige Aspekt nicht in Vergessenheit gerät.

Motivation – Tipp 7: Feedback und Aufgaben gerecht verteilen

Wer Feedback gibt, sollte in jedem Fall auf Gerechtigkeit achten. Bei der Verteilung von lobenden Worten ist eine gerechte Verteilung extrem wichtig – gerade die Azubis werden hier besonders genau hinhören. Eine gerechte Behandlung ist ein wesentlicher Faktor, den jeder Ausbilder ernst nehmen muss. Dieser betrifft nicht nur Lob und Tadel, sondern auch folgende Bereiche:

  • Aufgabenverteilung
  • Dauer von Ausbildungsabschnitten
  • Zuordnung zu Kollegen
  • Ausfüllen der Beurteilungsbögen

Zur Ausbildereignung gehören nicht nur das entsprechende Fachwissen und die didaktische Methodik, sondern vor allem auch zwischenmenschliche Fähigkeiten. Fragen Sie sich deshalb immer wieder, ob Sie alle Auszubildenden gerecht behandeln und bewerten sowie die Jugendlichen bestmöglich fördern.

Ungerechte Behandlung, fehlendes Feedback und mangelnde Empathie wirken als Motivationskiller. Was hingegen die Motivation beflügelt, ist ein einfaches „Danke“. Wer sich erkenntlich und dankbar zeigt, wertet sein Gegenüber auf. Das kann vor allem Azubis motivieren – wirkt aber auch bei Kollegen und Vorgesetzten.

Motivation – Tipp 8: Durch Teamwork motivieren

Ohne Frage: Erfolg motiviert! Einen noch größeren Motivator für die Auszubildenden stellen gemeinsame Erfolge dar, die sie zusammen im Team erreicht haben. Solche Gewinne wirken sich nicht zuletzt auch auf das gesamte Betriebsklima aus: Verstehen sich die Azubis untereinander, wächst der Zusammenhalt der jungen Erwachsenen und im besten Fall des gesamten Teams. Ein Gemeinschaftsgefühl trägt zu einer guten Arbeitsatmosphäre bei. Das lässt letztlich die Motivation aller Beteiligten steigen.

Auch Erfolge zusammen mit dem Ausbilder sind motivationsfördernd. Wer gemeinsam mit dem Azubi ein Projekt realisieren oder einen Plan schmieden kann, um ein Defizit, beispielsweise schlechte Noten, auszugleichen, wirkt nahbar, verlässlich und vertrauensvoll. Ein gemeinsamer Erfolg verbindet – und motiviert.

Autor: Redaktion Personalwissen

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