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5 Recruiting Trends im Überblick: Personalbeschaffung 4.0

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Recruiting, Tipps

Die Arbeitslosenquoten sinken – erfreuliche Nachrichten und zugleich eine Herausforderung für das Recruiting. Der Bewerbermarkt wird stetig enger, sodass die Personalbeschaffung vor Herausforderungen und Neuerungen steht. In diesem Artikel erfahren Sie, welche 5 Recruiting Trends den Arbeitsmarkt revolutionieren.

Recruiting Trend 1: Xing, LinkedIn und Co.

Stellenanzeigen in der Tageszeitung – gibt es noch, aber die Stellenrubrik ist mehr als überschaubar. Wie beim Medienkonsum geht auch bei der Jobsuche der Trend immer mehr weg von Print hin zu online. Das ist nicht erst seit gestern so und auch kein bahnbrechender Recruiting Trend. Was aber neu ist, ist die Tatsache, dass durch die sozialen Karriere-Netzwerke nicht nur Bewerber auf Unternehmen aufmerksam werden, sondern auch umgekehrt.

Firmen müssen nicht mehr warten, bis sich ein geeigneter Kandidat auf eine offene Position bewirbt, sondern können potenzielle Mitarbeiter gezielt ansprechen (siehe auch den folgenden Punkt Active Sourcing).

Um interessante Kandidaten zu finden, braucht es einige Filterfunktionen, die die Job-Netzwerke bereits in ihr System implementiert haben: Die gezielte Suche nach Abschlüssen, Schlüsselqualifikationen und Fähigkeiten hilft HR-Managern, geeignete Mitarbeiter ausfindig zu machen. Auch Bewerber können von den Job-Netzwerken profitieren und sich in Gruppen über bestimmte karriererelevante Themen austauschen sowie wichtige Kontakte zumindest online knüpfen.

Den bekanntesten Business-Netzwerken Xing und LinkedIn kommen deshalb gleich mehrere Funktionen zu:

  • Digitaler Lebenslauf: Kandidaten können online alle relevanten Informationen zu ihrem beruflichen Werdegang sowie Fachkompetenzen hinterlegen.
  • Darstellungsplattform: In Gruppen und über das eigene Profil haben sowohl Unternehmen als auch Bewerber die Option, Infos zu streuen.
  • Jobbörse: Über die Rubrik „Stellenanzeigen“ können Unternehmen auf vakante Stellen aufmerksam machen. Eine prominente Platzierung der Stellenausschreibung wird meistens vonseiten der Netzwerke monetarisiert.

Xing
LinkedIn
Deutschsprachiger RaumInternationales Umfeld
14,9 Mio. Personen (DACH, Stand 1. Quartal 2018)500 Mio. (weltweit, Stand 1. Quartal 2018)
Personen mit Interesse an Karriere-ThemenFach- und Führungskräfte

Tipp: Eigene Gruppen in Business-Netzwerken oder die aktive Beteiligung in Gruppen bieten Unternehmen die Möglichkeit, nahe am (Bewerber-)Markt zu bleiben. In Gruppendiskussionen können Sie wertvolle Impulse zur Branche, aber auch ganz konkret zu Fragen, Sorgen und Anliegen der Bewerber erhalten und darauf reagieren. Der zeitliche Aufwand für die Social-Media-Aktivitäten sollte jedoch nicht unterschätzt werden.

Trend 2: Active Sourcing

Ein weiterer Recruiting Trend, der vor allem durch das Internet vorangetrieben wurde, ist das sogenannte „Active Sourcing“. Hier wird der Personaler – wie der Name bereits andeutet – selbst aktiv. Das heißt, dass HR-Manager nicht mehr darauf warten, dass geeignete Kandidaten nach einer Stelle Ausschau halten, sondern dass sich die Mitarbeiter der Personalabteilung selbst auf die Suche nach geeigneten Kandidaten machen. Das ist mit wesentlichen Vorteilen verbunden:

  • Zeitersparnis: Der gesamte Bewerbungsprozess (Time-to-hire) wird verkürzt
  • Gezielte Kandidaten-Ansprache: Der Recruiter kann bereits eine Vorauswahl treffen
  • Kurzfristige Engpässe vermeiden: Ein gepflegter Kandidaten-Pool hält nützliche Kontakte bereit

Gerade die Karrierenetzwerke ermöglichen ein verhältnismäßig einfaches Active Sourcing. Recruiter können jedoch auch durch Lebenslaufdatenbanken auf Kandidaten aufmerksam werden. Auch Twitter – eher aus dem News-Bereich bekannt – hat in Vergangenheit an Relevanz für das Recruiting gewonnen. Der Vorteil: Interessanten Personen kann zunächst unverbindlich gefolgt werden. Auch in Sachen Employer Branding leistet Twitter übrigens gute Dienste.

Trend 3: Recruiting mit Employer Branding und Candidate Experience

Das führt auch gleich zum dritten Trend, der im Recruiting an Fahrt aufnimmt: Employer Branding wird immer wichtiger. Dabei steht ein Unternehmen nicht mehr nur als Arbeitgeber, sondern als Arbeitgebermarke im Zentrum des Interesses. Im Rahmen des Employer Brandings kommen Human Resources und Marketing zusammen – mit dem Zweck, ein Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt als guten Arbeitgeber zu positionieren.

Das soll schlussendlich geeignete Kandidaten anlocken, was dem Recruiting die Arbeit erleichtert. Das Employer Branding wird aber als ganzheitliche Unternehmensstrategie verstanden. Das heißt, dass nicht nur die Personalabteilung daran mitwirkt, sondern auch jeder Teilbereich einer Firma – vom Beschäftigten bis zur Geschäftsführung.

Um eine positive Arbeitgebermarke aufrechtzuerhalten, arbeitet man im Unternehmen mit verschiedenen Methoden:

  • Mitarbeiterbindung durch Übertragung an Vertrauen, Feedback etc.
  • Etablierung einer Unternehmenskultur
  • Candidate Experience

Gerade die Candidate Experience fällt in den Aufgabenbereich der HR-Abteilung. Die Bewerber sollen eine wertschätzende Behandlung im Bewerbungsprozess erfahren. Selbst wenn ein Kandidat letztendlich keinen Arbeitsvertrag angeboten bekommt, behält er das Unternehmen aufgrund des respektvollen Umgangs in positiver Erinnerung – die Wahrscheinlichkeit steigt, dass er die Firma weiterempfiehlt.

Recruiting Trend 4: Mobil optimierte Seiten

Die Zahlen sprechen für sich: Die Nutzung des Internets verschiebt sich zunehmend in den mobilen Bereich. Nicht nur der Onlinehandel muss darauf reagieren, sondern auch der HR-Sektor. Wenn potenzielle Bewerber mit dem Smartphone oder dem Tablet auf Stellenanzeigen und Job-Rubriken zugreifen, schreckt unnötiges Scrollen aufgrund nicht mobil optimierter Webseiten ab.

Das Schlagwort lautet hier „Mobile Recruiting“ – nicht nur Informationen zur Bewerbung müssen auf mobile Endgeräte optimiert werden, auch Teilschritte des Bewerbungsprozesses sollten auf die Bedürfnisse potenzieller Kandidaten ausgerichtet werden. Das steigert die Nutzerfreundlichkeit und führt letztendlich auch zu einer positiven Candidate Experience, die sich gerade langfristig bezahlt macht.

Einfache Bedienbarkeit und simple Handhabung – das betrifft nicht nur Stellenausschreibungen und Informationen, sondern auch die Bewerbungen selbst. Bewerbungen, die mit nur wenigen Klicks abgesendet werden können, gewinnen deutlich an Relevanz und sind ebenfalls als Recruiting Trend zu bewerten.

Trend 5: Job-Matching durch Künstliche Intelligenz

Im Rahmen der Business-Netzwerke wurden bereits die Filterfunktionen thematisiert: Durch gezieltes Suchen, können Recruiter schnell und einfach geeignete Kandidaten finden. Spezielle Matching-Algorithmen und die Künstliche Intelligenz (KI) können hier unterstützen – das hat sich im Bereich von Partnerbörsen bereits etabliert.

Anhand von zur Verfügung stehenden persönlichen Daten, beispielsweise aus sozialen Netzwerken, können Softwares ein Persönlichkeitsprofil von Kandidaten erstellen. Dieses wird mit den Anforderungen der Stelle abgeglichen und kann unter Umständen zu einem „Match“, also zu einer Übereinstimmung, führen. Das Computerprogramm hat also das Potenzial, einen Menschen ausfindig zu machen, dessen Persönlichkeitsprofil gut zur Stelle passt. Dieser Prozess wird auch als „Cognitive HR“ bezeichnet.

Auch Chat-Bots arbeiten mit der KI. Mittlerweile gibt es bereits Möglichkeiten, Chat-Roboter einzusetzen, um Bewerber bei der Stellensuche zu unterstützen und sie gegebenenfalls über eine Stelle zu informieren. Vollautomatisiert kommunizieren die Roboter mit dem Kandidaten. Möglich sind hierbei viele Einsatzmöglichkeiten der Bots:

  • Recherche nach einer geeigneten, ausgeschriebenen Position für den Bewerber
  • Bereitstellung von Informationen zu Stelle oder Ansprechpartnern
  • Gezielte Weiterleitung zum Bewerbungsprozess

Beim Blick auf die Recruiting Trends wird klar: Sowohl die Kanäle als auch die Ausschreibungen haben eine Sache gemein – die Digitalisierung hinterlässt ihre Spuren, online löst offline zunehmend ab.

Autor: Redaktion Personalwissen

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