• 0228 / 95 50 160
Marken der Personalwissen Familie

3 Facts zur Mitarbeiterführung im digitalen Wandel

© ©Sir_Oliver/stock.adobe.com
Mitarbeiterführung

Die Digitalisierung hinterlässt in jedem Arbeitsbereich ihre Spuren – so auch im personellen Umfeld. Neue Softwarelösungen ermöglichen eine gezieltere, vollumfängliche Einbindung von Mitarbeitern. Moderne Technologien wandeln komplette Arbeitsabläufe oder sogar Branchen. In diesem Artikel lesen Sie, welchen Einfluss der digitale Wandel auf die Mitarbeiterführung hat und was Sie tun können, um sich weiterhin am Puls der Zeit zu bewegen.

Mitarbeiterführung Fact 1: Die passenden Mitarbeiter rekrutieren

Grundlegendes zuerst: Bevor es überhaupt an die Mitarbeiterführung gehen kann, sind Unternehmen zunächst gefragt, passende Mitarbeiter zu finden. Und das ist gar nicht so einfach, denn je nach Branche machen sich bereits erste Auswirkungen des demographischen Wandels bemerkbar. Stichwort: Fachkräftemangel.

Um die Interessenten und Bewerber bzw. spätere potenzielle Beschäftigte genau dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden, wird es für Unternehmen notwendig, sich den digitalen Herausforderungen zu stellen. Beim Recruiting kommt es nicht nur darauf an, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, sondern auch zahlreiche neue Recruiting-Tools und -Kanäle zu nutzen. So beispielsweise die Folgenden:

  • Social Media Recruiting
  • Active Sourcing über Jobnetzwerke
  • Matching-Tools

Auch das sogenannte Mobile Recruiting nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Denn: Immer mehr Menschen nutzen mobile Endgeräte für das Surfen im Internet. Auch der Trend von Online-Bewerbungen nimmt zu – die Schlussfolgerung ist einfach: Bei Karriereseiten und Bewerbungsportalen ist ein responsives Design Pflicht. Einfache Bewerbungen via Klick sprechen mehr Bewerber an und spiegeln auch die digital orientierte Unternehmensphilosophie wider. Diese wird vor allem für die Generation Y und Millenials immer wichtiger.

Mitarbeiterführung Fact 2: Kooperation und Kommunikation anstatt starrer Hierarchien

Ohne Frage: Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Doch auch die Menschen, die zu einer neuen Generation Arbeitnehmer heranwachsen oder bereits auf den Arbeitsmarkt eingetreten sind, haben sich verändert. Waren in den 80er- und 90er-Jahren noch finanzielle Anreize und Karrieremöglichkeiten das Nonplusultra, stehen heute andere Werte im Vordergrund.

Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und mehr

Arbeit dient nicht mehr nur dem Broterwerb, sondern ist ein Raum zur Selbstverwirklichung. Im besten Falle bietet die Arbeit Erfüllung. Viele setzen auch auf einen nahtlosen Übergang zwischen Privat- und Berufsleben. Das liegt nicht zuletzt auch an der ständigen Erreichbarkeit, eine Sache, die vor allem mit der Digitalisierung einhergeht. Gerade Firmen, die im New Business angesiedelt sind – bestes Beispiel: Google – nehmen dem Arbeitsplatz seine klassische, „strenge“ Charakteristik.

Arbeit – so die Meinung vieler – soll nicht nur Erfüllung bieten, sondern auch das Privatleben nicht zu sehr einschränken. Beständig wächst die Zahl derer, die nicht mehr Vollzeit arbeiten oder gar ein komplettes Jahr Auszeit im Rahmen eines Sabbaticals nehmen. Mit dem digitalen Wandel und einer Gesellschaft, bei der Arbeit nicht mehr an erster Stelle steht, gehen Veränderungen in der Arbeitswelt einher. Unternehmen müssen agieren: Flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice-Arbeitsplätze und Co. sind Dinge, die die Arbeitnehmer von heute und die morgen noch mehr beschäftigen wird.

Flache Hierarchien und kooperative Führung

Auch die klassischen Hierarchien haben ausgedient. Der Chef gibt an und die Mitarbeiter führen aus – ein Führungsprinzip, das deutsche Unternehmen lange Zeit geprägt hat. Der Beschäftigte von heute legt Wert auf Transparenz und Kommunikation. Gerade jungen Menschen, die erst vor Kurzem den Arbeitsmarkt betreten haben, ist Feedback enorm wichtig. Konstruktive Kritik, Lob, Tadel und Kommunikation im Allgemeinen wird in Zeiten des digitalen Wandels im Rahmen der Mitarbeiterführung immer relevanter.

Flache Hierarchien heißt jedoch nicht, dass eine Rangordnung völlig obsolet ist. Anstatt die Führung an sich infrage zu stellen, steht vor allem die Art der Führung im Mittelpunkt. Ein kooperativer Führungsstil gepaart mit Empathie und dem Wissen, was die neue Generation bewegt, hilft Führungskräften, akzeptiert und geschätzt zu werden. Individuelle Anreizsysteme oder Corporate Benefits von Unternehmensseite tragen dazu bei, die Motivation aller Beschäftigten hochzuhalten.

Mitarbeiterführung Fact 3: Agilität wird immer wichtiger

Der Begriff „Agilität“ ist in aller Munde. Denn: Mit der Digitalisierung gehen bahnbrechende Neuerungen einher. Mitunter entwickeln sich diese nicht sukzessive, sondern mit einer enormen Schnelligkeit, die Sprengkraft besitzt. Das heißt: Sowohl Projektteams müssen lernen, durch agile Arbeitsmethoden schnell und flexibel auf mögliche Veränderungen oder Umwälzungen am Markt reagieren zu können.

Doch auch Führungskräften ist es angeraten, sich mit dem Agilitätsprinzip auseinanderzusetzen. Zum einen, um mit einem positiven Beispiel voranzugehen und moderne Arbeitsweisen bei den Mitarbeitern publik zu machen. Im weiteren Sinne hängt Agilität ebenfalls mit einem flexiblen Geist zusammen. Wer starr an alten Strukturen festhält, Weiterbildungen meidet und sich nicht offen für Neues zeigt, wird gerade zu Zeiten der Digitalisierung Schwierigkeiten bekommen, sich auf die Mitarbeiter und ihre wandelnden Bedürfnisse einzulassen.

Im Hinblick darauf ist es auch für erfahrene Führungskräfte wichtig, regelmäßig Rückmeldung zu bekommen. Möglich sind hier Mitarbeiterbefragungen oder umfassende 360 Grad Feedbacks, wobei gleich mehrere Akteure in den Feedbackprozess eingebunden werden.

Wichtiger Hinweise: Nur wenn Sie Rückmeldung zum eigenen Führungsstil bekommen, haben Sie die Chance, gegebenenfalls reagieren und an sich selbst arbeiten zu können.

Fazit zu Mitarbeiterführung: Umdenken in den Führungsetagen wird zur Pflicht

Es ist nicht zu leugnen: Ein Umdenken in den Führungsetagen ist ein Muss. Führungsdefizite lassen sich nur vermeiden, wenn fähige und offene Personen mit Führungsaufgaben betraut werden. Es liegt hier vor allem an den Unternehmen selbst, nicht nur die Zahlen im Blick zu behalten, sondern auch die Stimmung innerhalb des Betriebs und die Führungskräfte per se zu beurteilen. Hier ist vor allem die Personalabteilung als verlängerter Arm der Geschäftsführung gefragt.

Gerade im Hinblick auf die moderne Personalbeschaffung obliegt der HR-Abteilung die größte Verantwortung. Dabei steht nicht nur das „Wie“ im Vordergrund, sondern auch das „Wer“. Holen Sie sich neues Wissen ins Unternehmen und gehen Sie neue Wege! Es muss nicht gleich der Scrum Master sein, der die Entwicklungsabteilung von der agilen Arbeitsweise überzeugen möchte. Halten Sie jedoch die Möglichkeiten im Blick, seien Sie offen für Nachwuchskräfte. Sie bringen frisches Wissen von der Ausbildung mit, sind motiviert und haben großes Entwicklungspotenzial.

Aber auch im Rahmen der Personalentwicklung kann einiges getan werden: Nicht nur die Weiterentwicklung von fachlichen Kompetenzen des Personals ist enorm wichtig. Auch der Erwerb von Softskills und Know-how rund um Digitalisierung, Möglichkeiten des digitalen Wandels und agile Arbeitsmethoden nimmt einen großen Stellenwert ein. Das gilt nicht zuletzt auch für Personaler selbst: Versuchen Sie, sich am Puls der Zeit zu bewegen, besuchen Sie Fachmessen und bilden Sie sich weiter. Gerade, was Weiterbildungsmaßnahmen angeht, sitzen in aller Regel Sie selbst an der Quelle.

Autor: Redaktion Personalwissen

Siegel

Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
0228 / 95 50 160